Spickmich hat nun die Schulen auf dem Radar

Apr 14th, 2008 | Von ArtieS | Thema: Medien

Nachdem die Gründer von Spickmich mit selbigem Portal die Schulwelt verbessern wollten aber dabei leider irgendwie das Gegenteil erreichten und deutschlandweit eine Welle der Entrüstung auslösten (jedenfalls unter den Lehrern, aber diese waren ja auch die Leidtragenden), gehen sie jetzt mit dem Projekt Schulradar an den Start.

Kleiner Überblick: Hierbei handelt es sich eigentlich um das selbe Prinzip wie bei Spickmich, nur werden hier Schulen bewertet. Gerichtet ist das Ganze an alle Eltern.

Also… Generell ist der Sinn dieser Aktion mal wieder genauso fraglich wie der von Spickmich. Einzig allein das Forum könnte zur besseren Kommunikation vor allem zwischen Eltern unter sich führen. Wie aber dieser Schulvergleich zu irgendeiner qualitativen Verbesserung führen soll, weiß ich nicht.

Okay, wenn ich in eine bestimmte Gegend ziehe und zwischen mehreren Schulen auswählen kann, dann mag es ganz hilfreich sein. Auch wenn ich dann eher auf persönliche Gespräche und die Meinung von Bekannten zähle.

Aber letztendlich führt es wieder dazu, dass eine vorerst offene Kommunikation ins virtuelle Nirvana verbannt wird, wo keine Verbesserung möglich ist. Denn nur, wo Eltern, Schüler und Lehrer sich direkt austauschen und sachlich aber auch persönlich miteinander reden, ist es möglich, Einigungen zu finden.

Eine gute Alternative bietet da schule.net, wo Lehrer sich mit ihren Schülern anmelden können um anonym zu diskutieren. Dies hat den Vorteil, dass der Lehrer aufgrund von Meinungsverschiedenheiten nicht einzelne Schüler benachteiligt.

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Tags: Bewertung, Bildung, Eltern, Lehrer, Schul-kritik, Schulblog, Schule, Schule Blog, Schüler, Schüler Blog, Schülerblog, Schulkritik, Schulradar, spickmich

6 Kommentare
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  1. Wenn eine Schule ein Problem hat – z.B. mangelnde Einbindung der Schüler in “Entscheidungsprozesse” – dann wird sich das vermutlich in den Bewertungen dieser Schule widerspiegeln. Und ausgehend davon kann man dann dem Problem auf den Grund gehen und den Schulalltag ggf. anders gestalten.

    Es geht hier also, denke ich, v.a. darum Mängel festzustellen. Genauso wie bei spickmich!

    Und mal ganz ehrlich: Auf normalem Wege sind diese Feststellungen doch nicht möglich! Ich wurde in der Schule noch nie gefragt, ob ich mit irgendetwas zufrieden bin oder nicht. Aber auf diese Weise kann sich das System der Kritik nicht einfach entziehen…

  2. Nur sind die Feststellungen so dermaßen subjektiv, dass sie keinen ernst zu nehmenden Wert bieten.

    Soll es spickmich ruhig geben. Davon geht die Welt nicht unter. Aber mehr als das Ego eines Lehrers zu pinseln kann es nicht. Sinnvolle kritische Rückmeldungen werden leider von den Machern von spickmich nicht ermöglicht. Dafür ist das System nicht “offen” und objektiv genug. Schade.

    Markus

  3. Nachtrag: aber es geht ja gar nicht um spickmich.

    Aber was man bisher im Netz vom schulradar mitbekommt, lässt darauf schließen, dass es ähnlich “aussagekräftig” ist.

    Also: auch wertlos.

    Markus

  4. “Ich wurde in der Schule noch nie gefragt, ob ich mit irgendetwas zufrieden bin oder nicht.” Nein? Gibt es bei euch keine “Evaluierungen”? Bei uns wurde das vor einigen Jahren (als ich halt noch Schüler war ;-) ) populär, dass einige Lehrer ihren Unterricht auswerten lassen. Natürlich – leider – nicht alle. Aber ich denke dass die Lehrer sich die Bewertungen auch zu Herzen nehmen, wenn sie sich die Arbeit machen, einen Evaluierungsbogen zu erstellen.

  5. Eins versteh ich wirklich nicht: Bei den Machtverhältnissen an der Schule, wieso wundern sich die Lehrer, wenn die Schüler sich in die Anonymität flüchten?
    Solange Schulzwang ist, sollte Schülern jede Möglichkeit zur Flucht offen gehalten werden.
    Als Unschooler schauen wir natürlich manchmal mitleidvoll auf die Schul-Geschehnisse, da das aber alles so abstrus ist, fällt es uns natürlich leicht uns schaudernd abzuwenden.

    Ein Wort noch zu dem “Virtuellen-Nirvana”: Nirvana bedeutet den “Austritt aus dem Kreislauf des Leidens”. Also, laut Autor des Artikels ist das virtuell möglich. Eine schöne Sache.

    Das Gespräch mit den Lehrern bringt übrigens gar nichts, die sind leider selbst alle durch die Kultusministerien fremd-gesteuert. Und wann kommt schon der Kultusminister in Deine Schule?

  6. Das deutsche Schulsystem sollte Kritik dieser Art vertragen können, zumal diese in weiten Teilen berechtigt ist. Es gibt Lehrer, die sich einen anderen Beruf hätten suchen sollen/müssen. Ein Schulsystem, das nicht individuell, sondern ziellos fördert. Nicht nachvollziehbare Notensysteme und Bewertungsschemen. Und und und.

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