How to survive school (1)
Jan 15th, 2009 | Von Rafael | Thema: BildungsfreiheitIch hab mir vor einiger Zeit Gedanken gemacht, welche Freiheiten ich im Schulalltag hatte. Daraus ergab sich für mich die Idee: Wie können Freiheitliebende Schüler Freiheit finden ohne dazu die Schule zu verlassen (was leider immer noch nicht ganz so einfach ist). Ich habe daher eine Reihe von Ideen gesammelt die ich selbst in meinem Alltag umgesetzt hatte und von denen ich nachträglich sagen kann, dass sie doch sehr hilfreich waren.
Schule wird von vielen als eine Art Gefängnis gesehen. In der Tat gibt es viele gemeinsamkeiten, was mir sicher viele Schüler bestätigen können. Viele Schüler verlernen leider das lernen in der Schule.
Zu welcher Sorte Schüler gehörst du? Kennst du dieses Gefühl, wenn man draußen oder an irgend einem fremden Ort sich freut neues zu entdecken? Kennst du dieses grippeln, wenn man durch die Regale einer riesen Bibliothek läuft? Kennst du das Gefühl, wenn du im Urlaub bist und auf einmal Hunger auf Wissen hast? Dann bist du sicher auch daran interessiert Schule effektiver zu nutzen.
Mache dir klar: Lernen ist kein Hoheitsrecht der Schule! Im kompletten Gegenteil! Es ist etwas das du ausschließlich selber tust und Schule hat im engeren Sinne erstmal gar nichts damit zu tun!
Praxistipp 1: Mach es zusammen
Die Schulen haben entdeckt, das man in kleinen Gruppen gut arbeiten kann (Teamwork). Leider läuft das in der Schule meist völlig schief. Viele Schüler ziehen daraus den Schluss, dass man im Team nicht schneller voran kommt. Probier es selber aus. Du bist nicht der einzige der sich Nachmittags mit Literatur/ Chemie/ Astronomie oder Logik beschäftigen will. Am meisten kannst du dadurch lernen das du in einer Gruppe dir das Wissen der anderen aneignen kannst. Und auch du bringst wissen mit, das für die anderen interessant ist. Habt dabei keine Scheu vor Schulthemen. Was hinter den grauen Mauern grau schien, kann außerhalb dennoch etwas richtig faszinierendes sein.
Ich persönlich genieße diese Form des Lernens am liebsten auf einem Sofa und einer Kanne Tee.
Habt ihr auch schon die Erfahrung machen können? Dann erzählt davon. Ansonsten FORTSETZUNG FOLGT!
Ähnliche Beiträge:





“Kennst du dieses grippeln”
Ja, kenn ich. Wenn langsam die Symptome abklingen und sich die bange Frage in meinem Hirn festbrennt: “Wann muss ich wieder zur Schule?”
“Deschooling”-Entschulung
Naja, so einfach ist das mit dem Selber lernen innerhalb des Schulalltags meistens nicht, kommt ja noch etwas ins Spiel, was ich “Deschooling”-Prozess, also Entschulung nenne.
Beschreibt in diesem Fall den Effekt, mit dem viele Leute z.B. zu tun haben, wenn der Urlaub anfängt:
Eigentlich wollte man ja schon immer mal Sport machen, 10-Finger-Tippen lernen, dasunddas Buch lesen und das alte Fahrad im Keller reparieren.
Aber nach einem Lebensalltag, das von Zwang und Fremdbestimmung geprägt ist (also z.B. Schulalltag) klappt das erstmal nicht. Dann “gammeln” die Leute doch erstmal eine Woche vor der Glotze herum.
Was ja auch verständlich und OK ist.
Nach einer Weile empfinden sie vielleicht eine innerliche Leere und beginnen mit dem was sie sich vorgenommen haben, oder mit etwas anderem.
Dieser Effekt ist nicht zu unterschätzen, vorzufinden z.B., wenn ein Lehrer seinen Schülern mal gestattet, die letzten 15 minuten des Unterrichts zu machen, was sie wollen. Natürlich fangen diese dann nicht plötzlich an, eigenmotiviert zu lernen (was häufig als Argument gegen selbstbestimmte Bildung angeführt wird, nach dem Motto “wenn ihr macht, was ihr wollt, spielt ihr doch den ganzen Tag Computer sieht man doch!”
Von wegen! Doch ist der Deschooling.Prozess ziemlich stark, in dem Film Sudbury-Schulen (http://sudbury.de/buecher-dvds/) z.B. ist von einem Schüler die Rede, der von einer staatlichen Zwangsschule auf eine sog. Demokratische Schule gekommen ist, wo Lernfreiheit praktiziert wird und dann das erste Jahr lang jeden Tag während der gesamten Schulzeit dort schlief.
Dann irgendwann fing er an seine Interessen zu entdecken und selbstmotiviert zu lernen.
Wie krass doch der Einfluss ist, den die Verschulung, die Verinnerlichung der Schulischen Zwänge, unsere Schulsozialisation auf unser Leben hat. Naja, man muss ja auch jahrelang dort seine Zeit verplempern.
Der Begriff “Deschooling” wird aber eher verwendet um die Phase der Abkehr vom schulisch-pädagogischem Denken bei Familien, die Unschooling, also Lernen jenseits von festen Lernorten wie Schule, Praktizieren.
Für einen gleichberechtigten Umgang zwischen Jung und Alt!
Entschulung – muss ich mir mal ein paar Gedanken zu machen. Es gibt Schüler die sind da gefangener als andere. Es gibt Schüler die in den Ferien nach Stundenplan weiter “lernen”. Die meisten anderen gehen in den Ferien erstmal auf das Sofa-Nivo zurück. (Wahrscheinlich die meisten die gefangen sind). Das ist schließlich auch dieses berühmte Argument gegen Unschooling “Ich würde nur auf dem Sofa sitzen…”. Das braucht eben seine Zeit – wahrscheinlich oft auch noch eine kleine Gehirnwäsche. Aber welches Land der Welt will schon das seine Bevölkerung aufwacht… – Naja ich muss mir da wohl mal Gedanken zu machen.
[...] Erster Teil – Zweiter [...]