Widerstand gegen die deutsche Bildungsmisere
Apr 2nd, 2009 | Von ArtieS | Thema: deutsche BildungspolitikWiderstand beginnt sich zusehends zu formieren.

Der bundesweite Bildungsstreik findet vom 15. – 19. Juni wie der Name schon sagt bundesweit und weitgehend dezentral statt. (schulaction.org bietet ebenfalls weitere Infos)
Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, setzt sich die Aktion vor allem für
selbstbestimmtes Lernen und Leben und einen freien sowie kostenlosen Bildungszugang ein. Dazu fordern sie die komplette öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft und die Abschaffung des Bachelor/Master-Systems in der derzeitigen Form. Weiterhin steht das Bündnis für die Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen durch Mitbestimmung der Beteiligten. Quelle
Leider wird nicht explizit auf Niederreißen des Schulzwangs eingegangen oder habe ich da was übersehen?
Ministerpräsident Rüttgers reagierte mit der erstaunlich weitsichtigen Aussage, dass ein großangelegter Bildungsstreik wie dieser
vorübergehend zur Knappheit an Waschmittel oder Sonderangeboten bei Media-Markt führen [könnte].“
Auf diese Erkenntnis wäre ich nicht gekommen und verbiete mir sofort jedwede Unterstützung für demonstrierende, frustrierte Schüler. Wer beim Kämpfen für vernünftige Bildung eine Waschmittelknappheitsepidemie in Kauf nimmt, ist wirklich nicht mehr zu retten. Und nicht auszudenken, was eine Verknappung der Sonderangebote für Konsequenzen hätte.
Wie auch immer.
Jetzt mal ganz ohne Ironie: Wir hoffen, dass der Streik zur erhofften Reonanz führt und dass mal ein bischen mehr Schüler verstehen, dass sie die Möglichkeit haben, etwas zu verändern. Verpflichtende Schule ist in unserer Gesellschaft leider eher ein allgemein akzeptiertes Schicksal, oder eher noch ein Naturgesetz.
Nachtrag. Unter Aufruf und Forderungen sind alle Ziele aufgelistet, unterteilt in Forderungen der Studierenden, der Schüler und der Projektgruppe Bildungsstreik selbst.
Unter denen der Studierende, findet sich unter anderem der Punkt:
– die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!
Dies ist zu begrüßen, denn so lang das nicht passiert, kann ja schön und viel gemacht werden aber so lange Schule nicht derart aufgebaut ist, dass nicht Schule sondern allenfalls Bildung Pflicht ist, wird sich nicht allzu viel verändern. Die Probleme liegen im Kern. Erst aus der Pflicht heraus entstehen all die anderen Miseren, die heute nicht mehr zu übersehen sind. Aber wie sollen sich all diese Probleme ändern, wenn Schule nicht eine gänzlich neue Einstellung, eine neue Philosophie bekommt? Erst die Freiheit lässt uns auch frei handeln.
Insgesamt zeigt die Auflistung jedoch, dass es anscheinend erstmal mehr darum geht, mediale und politische Aufmerksamkeit zu erreichen. Ein solides Grundgerüst ist jedoch vorhanden. Die Frage ist letztendlich aber, wenn es nicht einen konkreten Punkt zur Veränderung gibt, auf den man sich einigt, was kann dann wirklich schulpolitisch passieren? Die Aktion ist in jedem Fall lobenswert, denn bei den Schülern muss man ansetzen und diese zum Nachdenken anregen. Bei genügend Resonanz kann schon ein bemerkenswerter Anteil der Schüler bei der morgendlichen Überprüfung der Anwesenheit aller Häftlinge fehlen und weitere Schüler anstecken. Warten wir es ab, denn das Konzept zeigt den Wunsch nach selbstbestimmter Verantwortung durch Freiheit, erhöhtes Selbstbestimmungrecht der Schüler und sieht Lernen als kreativen Prozess, der ins Leben mit eingebettet wird. Anders, als es bisher der Fall ist. Auch auf wirtschaftliche Unabhängigkeit wird viel Wert gelegt.(Dazu auch passend der Artikel “Bertelsmann und andere (Unruhe-)Stifter“)
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Ich freu mich immer, wenn ich so etwas lese. Leider nur bis zu solchen Sätzen:
>> Dazu fordern sie die komplette öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft
Das ist die totale staatliche Kontrolle des ganzen Bildungssystems. Es wurde nicht geschrieben, wie es finanziert wird und damit fällt das Ganze. Sie haben eine Pistole in die Hand genommen und jetzt zielen sie. Allerdings wissen sie nicht in welche Richtung der Lauf zeigt.
Ich mache da garantiert NICHT mit.
Wie ich relativ schnell feststellen mußte, verbreitet schulaction.org extrem linke Ansichten.
Verstärkt wird diese These noch dadurch, daß schulaction auf eindeutig linksextreme Portale verweist, die sie sogar in deutschen Verfassungsschutzberichten als Kommunikationsportale für Linksextreme genannt werden (Indymedia). Schulaction kritisiert an den falschen Stellen und hat falsche Lösungskonzepte.
Wie es oft üblich ist für diese Rattenfänger, halten sie wichtige Dinge vor. Ich beziehe da beispielsweise auf den Artikel auf schulaction: »Indymedia: Studierendenprotest in Frankreich«. In Frankreich ist Chaos, Jugendliche sind »unzufrieden«, jaja. Aber falls ihr das lest, liebe für schulaction verantwortlichen Personen, möchte ich euch darauf hinweisen, daß sich an dem ganzen Chaos in erheblichem Maße Moslems beteiligen, um nicht zu sagen, sie sind völlig daran schuld; seht es bitte ein. Oh, werft mir doch Rechtslastigkeit vor; dieser Vorwurf ist alt.
Euer Konzept ist planlose Anarchie. Wenn ihr nicht politisch korrekt wärt, wärt ihr schon längst verschwunden.
Ich gehe mal davon as, daß schul-kritik über die politischen Gesinnung von schulaction nicht sehr viel nachgedacht hat.
Bitte, liebe Bürgerinnen und Bürger, setzt nicht »rechts«, »rechtsextrem«, »nationalsozialistisch«, »fremdenfeindlich« und »rassistisch« gleich. Das sind alles verschiedene Dinge, die nicht alle gleichzeitig sein müssen. Jedoch versuchen solche linksextremistischen Organisationen wie Indymedia, in das Hirn des dummen Durchschnittsbürgers einzubrennen, daß alle Rechten böse, schlecht und eine Gefahr wären; und daß alle gleich sind.
Ferner möchte ich hinzufügen, daß es mit Streiks rechtliche Probleme geben kann. Minderjährige haben zwar ein Demonstrationsrecht, aber kein Streikrecht, wie unmenschlich das auch ist. Man sollte das Schulsystem untergraben und einstürzen lassen; ja das ganze Gesellschaftssystem muß reformiert werden und ein neues Führungssystem aufgebaut werden, so wie jetzt kann es nicht weitergehen. Wenn man die Linken jedoch beachtet, werden wir ein kommunistisches Land haben. Solche Staatsformen sind alle nicht sehr groß geworden und auch gar zerbrochen.
@1000Sunny
Linke Ansichten halt – verborgener Hinzug zum Kommunismus. —
»Finanzieren« muß man nur Schulen. Von selbst schlaue Schüler hat man mit wenig Finanzspritzen.
Ich schätze auf Ende 2012/Anfang 2013, da haben wir ein neues Deutschland. Vorher werden auch die Vereinigten Staaten zusammenbrechen, ich freue mich schon tierisch.
Ja, das ist auch mein Kritikpunkt. Es geht letztlich nur um die Auflösung der Schulpflicht und Zulassen von weiteren Bildungssystemen, die den Schülern eine wirkliche Wahl lassen. Alles andere sind nur weitere Reformen, die das System nicht wirklich beeinflussen und auch die Probleme nicht lösen…
Wenn der Staat nicht nur die Pflicht sondern auch das alleinige Recht hat, Bildungssysteme zu finanzieren, verändert sich nichts…
Zum Thema Schulpflicht ein anderer Artikel eines guten Blogs.
Leider halt nicht so wie ihrs mögt.
http://www.speybridge.de/?p=840
@Recht&Ordnung
So strikt sehe ich das nicht. Ich glaube jeder Protest ist erst mal besser als gar nichts zu machen. Allerdings ist der Protest aber schon wieder eine Machtbestätigung für die Machthaber. Mitmachen werde ich nicht, aber wahrscheinlich (genauso wie Schul-Kritik) einen Hinweis darauf; versehen mit meiner Kritik.
Der Mensch kann nicht nicht lernen. Das weiß ich u.a. von Paul Watzlawick und eigenen Recherchen. Weshalb, so frage ich mich als Ich-kann-Schule-Lehrer dann, greift der Staat in diesen permanenten Lernvorgang täglich stundenlang mit Unterrichtung ein? Weshalb lässt er nicht dem natürlichen Lerndrang des Lebens seinen Lauf und lernt selber, diesen Lauf intelligent zu lenken? Muss es wirklich ein strohdummes, nivellierendes, nervtötendes Bekämpfen der vorgeblichen Unwissenheit sein mit unter Strafdrohung durchgeführtem Lehrplanvollzug mit der dreisten Behauptung, dass dies die nötige Vorbereitung auf das Leben sei?
Und andersrum: Muss man seine Kräfte wirklich in einem Kampf gegen soviel Borniertheit binden? Wäre es nicht hilfreicher für alle, wenn die Beteiligten einfach mit ihres Geistes Gaben selber umgehen lernten? Natürlich wird die Gefahr dann schnell groß, dass 7jährige Kinder wieder souveräner mit dem Leben umgehen können als ihre Lehrer und weitere Erwachsene, aber die könnten ja von den Kindern unauffällig abschauen, wie das geht. Die neue Ich-kann-Schule ist doch die Schule IN jedem Menschen, in der er jederzeit und überall ohne Einschränkung alles lernen kann, ja, muss. Der Mensch lernt ja gar nicht in Schulen: er lernt IN SICH.
Souverän. Wenn ihm das bewusst ist, dann entwickelt er auch bewusst mit jedem Lernschritt mehr Souveränität. In unseren Du-musst-Schulen wird einfach UNBEWUSST ABHÄNGIGKEIT mit jedem Lernschritt eindressiert. Selbst wenn Du etwas dabei “kannst”, hast Du immer das Gefühl: “Ich kann nicht.” In dem Augenblick, wo es dir klar geworden ist, kannst Du mit Deinen Kräften ANDERS umgehen: souverän.
MISERE heißt doch auf Deutsch JAMMER. Wieso gegen Bildungsjammer auch nicht Widerstand leisten? Schenk sie denen, die sie unbedingt haben wollen und mach ihnen den Jammer noch etwas größer! Lass es ihnen und nutze Deinen Geist, durch DENKEN das zu stärken, was für Dich wachsen soll!
Achtsamkeit wäre schon hilfreich, sonst machen manche gerade die Probleme, die sie weghaben wollen, noch größer. Wozu also hätten wir die Gabe des Geistes? Nutzen wir sie! Guten Erfolg!
FranZ Josef Neffe