Wer will schon Lehrer werden?

Feb 25th, 2009 | Von Rafael | Thema: Lehrer

Lehrermangel ist das Thema der Woche. Aber schon seit Jahren ist das Problem bekannt. Nun kommen immer neue kreative Ideen ins Spiel. Für die meiste Unruhe sorgte wahrscheinlich Frau Schavans Idee, Top-Mitarbeiter aus Unternehmen an die Schulen zu holen. Sicher eine schöne Sache – aber nichts gegen den Lehrermangel.

Andere setzen auf Quereinsteiger. Nachteil daran ist, dass etliche keine Qualifikationen für den Lehrerberuf mitbringen. Das geht zu lasten der Schüler. Andere werden von den komplexen Bürokratischen Hürden oder vom mäßigen Gehältern abgehalten.

Eine der aggressivsten Taktiken betreibt Baden Württemberg. Mit einer deutschlandweiten Werbekampagne  sollen Lehrer aus anderen Bundesländern abgeworben werden. Vorteile wie der Beamtenstatus und fast doppelt so viel Gehalt als im Osten machen Baden Württemberg vor allem für junge Lehrer/innen attraktiv. Sogar ein Onlinewerbespot soll Bewerber locken.

Unsere Meinung:

Um die Klassengrößen an öffentlichen Schulen endlich unter 30 Schüler zu bekommen braucht es dringend neue Lehrer. Dabei sollte jedoch auch auf die Qualität geachtet werden. Fraglich ist zudem, ob durch innerdeutsche Konkurrzenz der deutschen Bildung geholfen wird. Aber ob Millionen teure Werbekampagnen etwas gegen das schlechte Image staatlicher Schulen helfen ist fraglich.

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Tags: Bildung, BW, Kritik, Lehrer, Lehrermangel, Schavan, Schavans Idee, Schule, Schüler

5 Kommentare
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  1. DENKSCHABLONEN sind meist UNBEWUSST. Es ist eine leere PHRASE, dass Menschen “ohne Qualifikation für den Lehrerberuf” schlechter LEHREN können oder gar eine Belastung für die Schüler sind. Wenn ich heute 100 Lehrer frage, was das Wort LEHREN bedeutet, bekomme ich von über 90 eine verkehrte Antwort; schlechter sind die Antworten anderer Menschen auch nicht.
    “Lehrer” sind heute als Lehrplan- und Unterrichtsvollzugsorgane der Staatsgewalt als Beamte in besonderem Maße untertan; das sticht schon etwas ab, wenn plötzlich in diesem künstlich verkonstruierten “Schulsystem” auf einmal jemand aktiv wird, der aus der realen Realität kommt. Und sogleich fürchtet man, dass der nicht genug Hilfen liefern könnte, um sich in diesem Einfüge-System auch wirklich in jede Schablone fügen zu können. Nur noch in puncto MÜSSEN wird da KÖNNEN entwickelt und was rauskommt dabei, bezeichne ich in der neuen Ich-kann-Schule als SUPER-MÜSSER. Es ist schon peinlich, wie alle nur noch danach streben, nur ja jedes MUSS überzuerfüllen und sich selbst aufzugeben.
    Niedrige Klassengrößen führen zunächst zu nichts anderem, als dass damit gerechnet werden kann (nicht muss), dass der UNTERRICHTSVOLLZUG den einzelnen Schüler rein rechnerisch öfter erwischt. Das heißt konkret, wo der Lehrer bisher eine Pädagogik mit DRUCK gegen die Schüler gefahren hat, kann und wird er bei weniger Schülern den einzelnen öfter, stärker und gezielter unter DRUCK setzen können. Mehr “Lehrer” heißt zunächst nichts weiter als “mehr von dem, was wir bisher haben”. Als Ich-kann-Schule-Lehrer kann ich nur den Kopf darüber schütteln, dass man nicht ZUERST die Weichen für eine neuen QUALITÄT stellt, ehe man den “Personenzug” abfahren lässt – er fährt wieder auf dem verkehrten Gleis. Und darum wird das Ergebnis dasselbe sein wie bisher immer: Die Probleme werden nicht weniger sondern mehr, und der ganze Fortschritt besteht darin, dass wir sie immer noch perfekter machen. Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

  2. “DENKSCHABLONEN sind meist UNBEWUSST. Es ist eine leere PHRASE, dass Menschen “ohne Qualifikation für den Lehrerberuf” schlechter LEHREN können oder gar eine Belastung für die Schüler sind.”

    Mit Qualifikation meinte ich hier nicht direkt ein spezielles Studium sondern einfach die Fähigkeit zu Lehren. Und richtig – sie ist sowohl bei Lehrern wie auch bei nicht-Lehrern oft nicht vorhanden.

  3. Es ist wie überall:
    Es gibt gute und es gibt schlechte Lehrer, wie es auch gute und schlechte Finanzbeamte oder Automechaniker gibt.
    Meine Lösung wäre die unnötige und oft blockierende und behindernde Bürokratie abzubauen, Klassen nicht über 20 Schüler groß werden zu lassen und schlussendlich auch das Bildungssystem in einem der reichsten Länder der Welt von den einzelnen – vor allem sozial schwachen – Familien zur Verfügung stehenden Budget abkoppeln, so dass jeder optimal gefördert wird. Außerdem würde ich das föderale Bildungssystem endgültig in den Mülleimer der Geschichte werfen.
    Vor allem jedoch sollte man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Leere Phrasen dreschen andere.

  4. Eine köstliche Wochenrückblick gab es auf HR2…

    Matthias Tretter

    4 Minuten, die es Wert sind.

  5. Da LEHREN im Kern ALS BEISPIEL VORAUSGEHEN bedeutet und das jeder Mensch sehr häufig tut, ergibt es nach meinen Recherchen als Ich-kann-Schule-Lehrer einfach keinen Sinn, die Welt in gute und schlechte Lehrer einzuteilen: Jeder muss ja, ob er will oder nicht, bewusst oder unbewusst, immer wieder die Lehrerrolle spielen. Infolgedessen stellt sich nicht die Frage nach dem Aussortieren, denn da wären wir bald alle aussortiert, sondern allein nach der Verbesserung des LEHR-TALENTS bei ALLEN. Und es ist ein Unding, darüber zu jammern, dass man das erst richtig machen kann, wenn man so und soviel Geld oder so und so große Klassen oder so und soviele Sonstnochwas hat. Die Probleme lösen muss mann dann, wenn man sie hat, und nicht dann, wenn sie einem jemand passend gemacht hat.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

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